Meine Mutter sagte das direkt vor einem Arzt, während mein sieben Tage alter Sohn hohes Fieber in meinen Armen hatte.
Mein Name ist Miguel Torres. Ich lebe in Mexiko-Stadt und arbeite als Lagerleiter. Meine Frau Valeria war schon immer sehr liebenswürdig: Sie entschuldigt sich selbst dann, wenn sie keine Schuld hat, und erhebt selten die Stimme, selbst wenn sie Schmerzen hat.
Sie hatte eine Woche zuvor unseren Sohn Santiago zur Welt gebracht.
Ich erinnere mich noch genau an sie im Krankenhaus: erschöpft, blass, kaum fähig sich zu bewegen, aber lächelnd, als ob ihr die Welt zu Füßen gelegt worden wäre.
„Versprich mir, dass ihm niemand etwas antut“, flüsterte sie.
Ich versprach es.
Ich ahnte nicht, wie sehr ich mich irrte.
Ein paar Tage später musste ich geschäftlich verreisen. Ich wollte nicht fahren. Valeria war schwach und hatte Schmerzen, und das Baby brauchte ständige Betreuung. Aber meine Mutter und meine Schwester bestanden darauf, zu helfen.